Voices
LIFE.STYLE.TALK
Charlotte Fischli ist Editorin und Brand Consultant in Zürich.
Ihre Welt besteht aus Reisen, langen Dinnern und Gesprächen mit faszinierenden Menschen.
Als Contributing Editor beim Bolero Magazine und Autorinin des Substacks
Be My Guest hat sie ein Gespür dafür, was wirklich wissenswert ist.
Sie kleidet sich selbstbewusst, neugierig und unverwechselbar.
Wir haben Charlotte in Zürich getroffen, um mit ihr über ihren Stil,
ihre Lieblingsorte und alles, was sie inspiriert, zu sprechen.
Was inspiriert dich?
Menschen mit Persönlichkeit, einer eigenen Vision, gutem Geschmack und einem Appetit aufs Leben – im wahrsten Sinne des Wortes.
Bester Ratschlag - und von wem?
«Make work that pleases you first» – aus dem Buch The Creative Act von Rick Rubin.
Ich bin überzeugt davon, dass die beste Arbeit intrinsisch motiviert ist und ein Projekt gelingt, wenn es von guter Energie begleitet ist.
Vielseitig, entspannt, persönlich –
wie ich mich kleide, ist, wie ich mich fühle.
Für mich soll Kleidung ohnehin die Persönlichkeit unterstreichen und nicht übertönen. Eine gut gekleidete Person ist für mich eine, deren Persönlichkeit selbst durch die schönsten Kleider hindurchscheint.
Ich schätze Zürich als Basis – es ist wie ein familiärer Kokon, in dem ich auftanken kann.
Was mich inhaltlich interessiert, passiert aber fernab der Landesgrenze.
Bestes Restaurant und Lieblingsort in der Stadt?
Das Restaurant Gamper, ein unprätentiöses und sympathisches Bistro,
das seelenvoll und mit den besten Zutaten aus der Umgebung kocht.
Davor trinke ich ein Glas Wein in der Gamper Bar nebenan.
Besucht mich jemand aus dem Ausland, zeige ich ausserdem das Kunsthaus,
den Pavillon Le Corbusier sowie die Kronenhalle Bar
– für manche die schönste Bar der Welt.
Wenn nicht Zürich, wo finden wir dich sonst?
In Brissago (Ticino) für den Rückzug,
in Paris für die kreative Stimulation und spannende Begegnungen,
in San Francisco für die Zeit mit meiner Schwester,
und am allerliebsten auf Pantelleria – meinem ewigen Sehnsuchtsort.
Wie sieht dein perfekter Tag aus?
Die Magie eines perfekten Tages liegt darin, dass er sich nicht planen lässt.
Meine wöchentlichen Fixpunkte in Zürich, die ich liebe, sind jedoch der Wocheneinkauf auf dem Bürkliplatz-Markt,
gefolgt von Kaffee und Gipfeli bei John Baker, das Lesen der FT Weekend bei meinen Freunden vom Café Lalere,
der Sonntagsspaziergang durchs Seefeld-Quartier oder die Yogaklassen im Studio Y3.
Endet der Tag mit einem Dinner mit Freunden, bin ich wunschlos glücklich.
Was sollte jede Frau im Kleiderschrank haben?
Eine Jacke oder einen Mantel
der im Zweifelsfall das ganze Outfit trägt.
Beste Party deines Lebens?
Mein 30. Geburtstag, den ich mit Freunden in Paris feierte.
Wir privatisierten das Séparée im Restaurant Bouche – einem meiner Lieblingsrestaurants in der Stadt –
assen fantastisches Essen auf personalisierten Tellern und tanzten zu einer Playlist voller Banger.
Welcher Song bringt dich zum Tanzen?
«I Wanna Dance With Somebody», natürlich!
DOROTHEE SCHUMACHER x
Veronika Kornová
Veronika Kornová ist in Prag geboren und tanzte 17 Jahre als Solistin am Nationaltheater Mannheim. Die Preisträgerin des renommierten Arnold-Peterson-Preises widmet sich seit 2016 der freien Tanzszene, der Choreografie und der Weitergabe ihrer Tanzleidenschaft als Profitrainerin.
Dorothee lernte Veronika vor vielen Jahren nach einer ihrer Tanzaufführungen kennen. Für den Ballettabend Per Du II mit Wolfgang, Arnold & Joseph (2008) sowie das Tanzstück Hold Lightly (2009) wurden die Tänzerinnen mit Kostümen von DOROTHEE SCHUMACHER ausgestattet. Nach einem gemeinsamen Fotoshooting im Jahr 2012 brachte das neue Tanzprojekt, The Goings-on mit Alba Nadal und Kevin O’Day, Veronika und unsere Brand für eine neue Collaboration zusammen.
1. Wann hast du das erste Mal gespürt, dass Tanz mehr als nur eine Bewegung für dich ist und was hat dich dazu gebracht, diesen Weg einzuschlagen?
Ich habe mit fast vier Jahren mit kreativem Tanz angefangen. Meine Eltern waren professionelle Tänzer, in dieser Umgebung war unvermeidlich, mit Tanz in Berührung zu kommen. Im Ballettsaal habe ich mich schon immer wohlgefühlt. Als ich sechs Jahre alt war, habe ich im Vorstudium am Theater Ballett gemacht, meine ältere Schwester war mein Vorbild. Damals war ich auch schon öfter auf der Bühne. Am Theater gab es damals viele Ballett-Vorstellungen, bei denen die Kinder aus dem Vorstudium integriert waren.
Spätestens mit zehn Jahren war mir klar, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen möchte, dass Tanz meine Zukunft ist
2. Wie hat der Tanz dein Leben geprägt – auf der Bühne und darüber hinaus?
Durch den Tanz bin ich flexibel und kreativ geworden, habe Geduld und Verständnis entwickeln können. Ich achte auf gesunde Ernährung und fühle mich fit. Disziplin, Resistenz und Ausdauer sind weitere Teile meiner Persönlichkeit, die ich dem Tanz zu verdanken habe. Das sind einige wichtige „Soft Skills“, die mir auch im privaten Leben helfen, gut zu funktionieren
3. Wie fühlt es sich an, während einer Performance ein Kleidungsstück von Dorothee Schumacher zu tragen? Beeinflusst es deine Bewegung oder deine Ausstrahlung auf der Bühne?
Die Kleidungsstücke von Dorothee Schumacher beim Tanzen zu tragen ist einfach klasse. Es fühlt sich gut an, das Material ist sehr angenehm, bei der Bewegung macht es mit, ich fühle mich wohl und kann mich auf die Choreografie und das Tanzen konzentrieren.
Das Kostüm wird ein Teil unserer Persönlichkeiten auf der Bühne, verändert die Ausstrahlung nicht, aber beeinflusst das Aussehen, die Wirkung des gesamten Tanzstückes. Die Kleidungsstücke tragen Eleganz, herausragende Qualität, Weiblichkeit und Originalität in sich.
4. Tanz erzählt Geschichten durch Bewegung – würdest du sagen, dass Mode das Gleiche tut? Wie ergänzt sich beides für dich?
Nicht nur Geschichten werden durch Bewegung erzählt, durch den Tanz drücken wir Gefühle aus.
Ja, und ich glaube, dass Mode, so wie Tanz, die Identität formt und die Emotion beeinflusst. Die Bekleidung unterstützt und vertieft die Bedeutung einer Rolle, die getanzt wird.
Und was Mode und Tanz noch verbindet ist die harte Arbeit, die dahintersteckt, die langen Stunden der Vorbereitung und dann wirkt das Produkt so einfach und schwerelos.
5. Was bedeutet Weiblichkeit für dich – und spiegelt sie sich in deiner Art zu tanzen wider?
Weiblichkeit kann ich nicht mit nur einem Wort beschreiben. Für mich ist sie die Energie, die beruhigt und ermutigt. Sie ist die Schönheit der Natur, ist die Zärtlichkeit und Sensibilität, Wärme und Zuneigung. Weiblichkeit ist Verständnis und Empathie.
Ich glaube, dass mein Tanz Spuren der Weiblichkeit hinterlässt. Diese Frage sollen aber lieber die Zuschauerinnen und Zuschauer beantworten.
6. Dein Weg als Tänzerin erfordert unglaublich viel Disziplin. Was ist deine Motivation und wie tankst du Kraft?
Tanz ist meine Leidenschaft und die Bühne ist mein Lieblingsort. Tanzen macht mich glücklich, hierdurch ist für die Motivation und Kraft gesorgt.
7. Wenn du in die Zukunft blickst: Wohin soll dich dein tänzerischer Weg noch führen?
Ich wünsche mir, noch weitere Jahre auf der Bühne zu tanzen und meine zahlreichen Erfahrungen durch den Tanz mit dem Publikum zu teilen.
8. Bitte beschreibe die Brand Dorothee Schumacher in drei Worten:
Eleganz, Leichtigkeit, Komfort.
DOROTHEE SCHUMACHER x Iris Berben
1. Unsere Werte und Visionen tragen wir immer bei uns, sie sind das, was uns ausmacht. Welche Werte sind Ihnen im Leben besonders wichtig?
- Respekt – das fällt mir direkt als Erstes ein. Selbstvertrauen. Verlässlichkeit. Fairness und Widerstandsfähigkeit. Und ich glaube, angstfrei zu sein – denn wenn man angstfrei ist, ist man mutiger und das ist unglaublich wichtig.
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2. Die eigene Vision ist powerful, und von Natur aus etwas unglaublich Persönliches. Wenn Sie einige beispielhafte Schnappschüsse Ihrer größeren Vision festhalten würden, wie würden diese aussehen?
Ich würde mir eine friedlichere, gerechtere Welt wünschen – weil ich der Meinung und sogar der Überzeugung bin, dass sich darauf alles andere aufbauen würde: eine größere Gerechtigkeit und eine größere Möglichkeit der Bildung. Das ist glaube ich ein globaler Wunsch von vielen Menschen, der für mich zu einem der wichtigsten Wünsche überhaupt geworden ist. Je älter ich geworden bin, desto deutlicher wurde mir bewusst, wie sehr alles miteinander vernetzt ist. Wenn diese Basis nicht da ist, funktioniert auch alles andere nicht. Das ist mein erster, großer Schnappschuss, den ich von dieser Welt vor mir habe.
Dann würde ich mir die Sichtbarkeit von Frauen als etwas sehr Selbstverständliches wünschen. Und zwar die Sichtbarkeit in all ihren unterschiedlichen Facetten. Frauen, egal welcher Hautfarbe sie sind, egal wie alt sie sind, mit welchen sexuellen Vorlieben sie ihr Leben bestreiten, ob sie klein, groß, dünn oder dick sind – diese Facetten gehören selbstverständlich auch zu dieser Sichtbarkeit dazu, ich rede aber von etwas Größerem. Die Hälfte unserer Menschheit besteht aus Frauen. Es ist unvorstellbar, dass wir für diese Sichtbarkeit immer noch kämpfen müssen. Wenn wir ganz weit zurückblicken, zum Beispiel während des Krieges, da sind es die Frauen, die das Leben am Leben halten, während Männer ihre Kämpfe führen wollen. Das ist natürlich ganz plakativ gesprochen – aber diese Weiblichkeit; das Frau sein; das Bild und die Sichtbarkeit der Frau, was wir immer noch einfordern müssen, ist ein Manko, das wir schon so viele Jahre und Jahrhunderte mit uns tragen. Ich bin in den Sechzigern schon dafür auf die Straße gegangen und irgendwann muss diese Sichtbarkeit doch endlich mal da sein.
3. Sie haben Selbstvertrauen, Respekt und Widerstandsfähigkeit als essenzielle Eigenschaften genannt – wie würde Sie diese für sich selbst definieren?
Für mich ist Respekt unglaublich wichtig. Respekt ist für mich persönlich Etwas, das jeder als eine Art Grundmelodie in seinem Wesen finden sollte. Wir selbst wollen als der Mensch respektiert werden, der wir sind, und genauso sollte man natürlich jeden anderen Menschen auch respektieren.
Für mich hat das auch ganz viel damit zu tun, dass ich mir eine eigene Messlatte aufgebaut habe, an der ich mich hoch rangle und an der ich mich immer orientiere. Dabei ist es so wichtig, sich nicht auf die Messlatten, die dir von außen angesetzt werden, zu fokussieren. Es ist natürlich wichtig, korrekturfähig zu bleiben, dennoch musst du selbst auf deiner eigenen Messlatte festlegen, wer du sein willst – wie willst du wahrgenommen werden? Wonach suchst du? Wir suchen eigentlich ein ganzes Leben lang, das wird niemals aufhören, aber wir können unsere Vision ganz klar vor uns haben. Der wichtigste Moment war für mich, als ich angefangen habe, mich mit mir selbst zu befreunden. Ich bin einfach richtig gut mit mir befreundet. Und das ist für mich eine gute Basis, für all das, was man dann an Lebensformen von sich selbst und anderen verlangt.
Es geht auch darum, sich selbst auszuhalten und durchzuhalten. Nicht alle Optionen, die einem verführerisch erscheinen, sofort wahrzunehmen – nur weil sie einem vielleicht leichter, besser oder schöner vorkommen. Ich will das gar nicht moralisierend sagen, aber wenn man sich aushält und sich durchhält, was unglaublich viel Arbeit ist, ist es gleichzeitig auch ein unglaublich erfüllendes Gefühl, dass man drangeblieben ist und auch an sich selbst drangeblieben ist. Das meine ich immer im Hinblick darauf, korrekturfähig zu bleiben. Man wird durch einen Sturm viel weniger hin und her gewirbelt, wenn man bei sich ist.
4. Wir stehen immer wieder vor Herausforderungen, vor Ereignissen und Menschen, die vielleicht nicht mit unseren Werten übereinstimmen. Wie schaffen Sie es, dabei Ihre Zuversichtlichkeit nicht zu verlieren?
Austausch, Gespräche und Zuhören sind dabei ganz wichtig. Dieser Austausch bringt dich ja auch manchmal in die Situation, Etwas aus der Sicht eines anderen zu sehen. Menschen, die eine feste Doktrin vor sich hertragen oder mir sagen, wie es ist – das nenne ich keinen Austausch. Ein Austausch bedeutet auch immer, dass man eventuell mit seiner Meinung allein geblieben ist und der andere mit seiner. Das ist der Unterschied zwischen Austausch und „reden können.“
Dann glaube ich, dass es wichtig ist, sich auch immer mal aus seiner eigenen Blase zu entfernen, sie zu verlassen, und wirklich Neuland zu betreten. Die eigene Blase ist natürlich eine Komfortzone, die uns manchmal träge macht. Daher ist es so wichtig, eine Möglichkeit zu sehen auszubrechen und diese Blase auch mal zu hinterfragen.
Außerdem brauche ich Bücher. Ich bin ein Mensch, der unglaublich viel liest, weil ich mich gerne in diese anderen Welten und anderen Gedankengänge von Menschen reinbegebe. Dadurch lebe ich ganz viele Leben, und das ist wunderschön. Man kann neue Schnittstellen sehen, neue Dinge entdecken.
Unabhängig von all dem sollten wir nie die Schönheit vergessen, die uns diese Welt bietet und den Fortschritt, den wir bereits gemacht haben. Gerade in einer Zeit wie jetzt ist unser Fokus oft darauf gerichtet, was alles schief geht. Es ist aber auch schon eine ganze Menge gut gegangen, wir haben schon so viel erreicht. Wir leben in einem Land, in dem wir frei sind, in dem wir frei wählen können, wir haben eine Gesundheitsverordnung, die niemanden allein lässt. Genau das hilft mir, zuversichtlich zu bleiben und sollte nicht vergessen werden. Wir müssen auch das Schöne sehen, wahrnehmen und ganz pragmatisch gesagt: Geh im Herbst spazieren! Geh raus in die Natur, an Seen, in den Wald! Das ist auch unsere Welt.
5. Sie setzen sich schon sehr lange für das Empowerment von Frauen ein. Wie sind Sie zu der starken Frau geworden, die Sie heute sind? Was hat Sie auf diesem Weg besonders geprägt?
Da fällt mir ganz spontan meine Mutter ein. Auch wenn wir nicht viel miteinander gelebt haben, ich war viel in Internaten, sie im Ausland – hat mich der Werdegang meiner Mutter geprägt. Meine Mutter war für mich die erste Frau, die Emanzipation gelebt hat. Sie hat gar nicht darüber geredet, sie hat sie gelebt, sie hat sie genommen. Sie war eine Frau, die extrem selbstbestimmt ihr Leben gelebt hat.
Das bedeutete in den 60er Jahren als Frau allein in ein fremdes Land wie Portugal zu gehen, wo natürlich auch ein Machismo gelebt wurde, der in vielen südlichen Ländern auch immer noch zu finden ist. Meine Mutter war unkonventionell, war in manchen Dingen auch unorthodox, und das mag ich. Ich glaube, sie ist der Erste, die mich dahin gebracht hat, wo ich heute bin.
Ich habe mich früh auf die Suche gemacht. Ich bin in den 60er Jahren politisiert und sozialisiert werden. Das ist ein ganz großes Pfund, was man haben kann. Du hast damals eigentlich nur zwei Wege gehabt: Nach Kriegsende alles schnell wieder aufzubauen, so weiterzumachen, wie es vorher mal war, nichts zu verändern. Oder du warst auf der anderen Seite und hast dich gefragt: Wieso sind wir eigentlich in diese Situation gekommen? Was ist eigentlich passiert? Wie geht es weiter? Welches Bild geht weiter? Genau da fing nämlich auch das Frauenbild an. Die Frauen, die in den Kriegsjahren alles aufrechterhalten haben, was noch da war, sollten mit der Rückkehr der Männer eigentlich wieder dieser Verantwortung entzogen werden und zurück an den Herd. Dieses Thema war so präsent in den 50er und 60er Jahren. Ich glaube das ist mein großes Geschenk – zumindest habe ich es als solches empfunden – dass ich mich auf die Seite des Hinterfragens, des Aufbruchs gestellt habe. Es stand für mich außer Frage, dass wir nicht weitermachen können, wie es immer war.
Außerdem durfte ich in meinem Leben extrem spannende Frauen treffen. Ich durfte Simone de Beauvoir kennenlernen, ich habe Patti Smith kennengelernt, ich habe eine wunderbare Iris Apfel kennengelernt, ich darf mit den tollsten Frauen für L'Oréal zusammenarbeiten. Ich muss wirklich sagen, dass das auch etwas ist, woraus ich unglaublich viel für mich selbst nehmen kann. Das ist für mich quasi ein Energie-Austausch, und jede einzelne dieser Frauen macht mich zu der Frau, die ich heute bin.
6. Wenn wir unterwegs sind, sind die Dorothee Bags unsere Companions und ein Ort, um all unsere wichtigsten Essentials aufzubewahren. Sie erlauben uns eine Art von Freiheit, zu reisen, und in eine andere Welt abzutauchen. Was bedeutet für Sie persönliche Freiheit? Gab es einen Moment in Ihrem Leben, in dem Sie sich ganz besonders frei gefühlt haben?
Freiheit bedeutet für mich zuallererst, dass man mir die Chance gibt, wählen zu können. Zu wählen, was ich machen möchte, aber auch politisch zu wählen. Wir sollten nie vergessen, wie viele Länder es gibt, in denen das nicht möglich ist. Und wenn wir so weitermachen und weitere Diktaturen entstehen lassen – denn in der Zwischenzeit werden es leider immer mehr – müssen wir für die Demokratie kämpfen. Diese zwei unterschiedlichen Formen des Wählens, Entscheidungen treffen zu dürfen und können – damit gehen wir so selbstverständlich um, dabei ist es genau das Gegenteil davon.
Freiheit bedeutet für mich auch, unabhängig zu sein. Ich gehöre den 68ern an, habe nie geheiratet, wollte finanziell immer unabhängig sein, und ich bin es bis heute. Das muss man sicherlich nicht als eigenes Credo definieren, für mich ist es aber sehr wichtig. Diese Freiheit ist mir wichtig. Ich wollte schon immer selbstbestimmt sein, und das kann ich hier in diesem Land. Außerdem habe ich auch die Freiheit, unvoreingenommen zu sein vor Menschen, unvoreingenommen zu sein vor anderen Lebensformen. Das ist eine Freiheit, die viele gar nicht ausleben dürfen, weil sie nie gelernt haben, dass es so viel Raum und Möglichkeiten für andere Lebensformen gibt.
Wenn ich mich an einen Moment erinnere, der mir Freiheit in einer Weise gezeigt hat, die fast schmerzhaft war, dann ist es meine Reise in die Antarktis. Das Gefühl unter Tausenden von Tieren zu stehen, die keine Angst vor dir haben, weil sie gar nicht wissen, dass du eine Gefahr sein könntest. Das war quasi der Garten Eden. Natürlich auch mit dem Bewusstsein und der Ambivalenz an so einen Ort zu fahren und gleichzeitig zu wissen, dass man zu denen gehört, die bereits anfangen, dieses Paradies zu zerstören. Das ist mir sehr bewusst gewesen. Auf der anderen Seite hat mir diese Freiheit der Tiere selbst so viel Freiheit gegeben – das so zu empfinden war eines der schönsten Gefühle, die ich je hatte. Ich habe nur geweint, gelacht, geweint und wieder gelacht.
VOICES
DOROTHEE SCHUMACHER X THE LIM SUAREZ FAMILY
1. Was ist eure persönliche Definition von Zeitlosigkeit?
Dylana: Für mich ist Zeitlosigkeit ein Gefühl des Seins. Es ist die Akzeptanz dessen, wer wir als Individuen sind. Es ist die Art und Weise, wie wir anderen gegenübertreten. Es ist die Perspektive, die wir auf die Welt haben, die offen und neugierig ist. Unser wahres Selbst zu sein und das zu zelebrieren, ist für mich zeitlos.
Rossana: Für mich ist Zeitlosigkeit ein Gefühl von Selbstbewusstsein in der eigenen Haut, und sich selbst mit aller Natürlichkeit zu akzeptieren.
Natalie: Ich liebe das Gefühl von Leichtigkeit und Eleganz. Daher bin ich auch ein großer Fan von monochromen Looks oder einem perfekt abgestimmten Set. Ein zeitloser Look zeichnet sich durch einen klassischen Fit aus, der deiner Silhouette schmeichelt. Besonders wichtig finde ich es, dass dieser bequem ist und mir Luft zum Atmen gibt.
2. Was bedeutet es, Mutter zu sein?
Rossana: Mutter zu sein ist die allerschönste Erfahrung, die es gibt. Ich liebe es, Mutter zu sein! Die Verbindung mit meinen Töchtern und die Welt durch ihre Augen zu sehen ist wundervoll und macht mich unglaublich glücklich. Ich wachse als Mutter ständig weiter, da wir niemals aufhören voneinander zu lernen. Mutter zu sein bringt auch viele Herausforderungen mit sich, aber du wirst jeden Tag dafür belohnt. Du weißt, du hast zwei wundervolle Menschen auf die Welt gebracht, die ihr eigenes Leben kreieren und ihre eigene Persönlichkeit entwickeln.
3. Bitte erzähle uns ein bisschen über die Werte, die dir im Leben wichtig sind. Bei welchen davon war es dir besonders wichtig, diese an deine Töchter weiterzugeben?
Rossana: Mir war Selbstständigkeit schon immer sehr wichtig. Ich bin vor vielen Jahren mit meiner Schwester von Malaysia in die Staaten ausgewandert. Ich stand vor so vielen Herausforderungen, und das in einem komplett fremden Land. Ich habe diese Eigenschaft definitiv auch an meine Töchter weitergegeben. Ich liebe es zu sehen, wie selbständig die zwei durch die Welt gehen – gleichzeitig aber auch eine enge Verbindung zu ihrer Familie und ihren Wurzeln haben.
4. Was bedeutet “Sisterhood” für euch?
Dylana: Die Bindung zu meiner Schwester ist eine der einzigartigsten, stärksten und interessantesten Verbindungen, die es gibt. Das versteht man wahrscheinlich nur, wenn man selbst eine Schwester hat und all diese Emotionen und Gefühle durchlebt, während man zusammen aufwächst. Eine Schwester kann gleichzeitig deine beste Freundin und größte Kritikerin sein. Egal was sie tut und welche Rolle sie gerade einnimmt, sie will immer nur das Beste für dich. Die Verbindung zu meiner Schwester ist Etwas, das nicht ausgesprochen werden muss. Das Band, das uns verbindet, wächst im Leben immer weiter – fühlt sich aber immer noch genauso vertraut an, wie in unserer Kindheit. Es ist für mich ein sicherer Ort und ich bin so dankbar eine Schwester zu haben, die mir so nahesteht!
Natalie: Eine Schwester zu haben bedeutet für mich mit einer besten Freundin auf die Welt gekommen zu sein. Das Beste daran ist, jemanden an deiner Seite zu haben, bei dem du komplett du selbst sein kannst. Zwischen Schwestern besteht eine bedingungslose Liebe. Unsere Verbindung ist ein kontinuierliches Abenteuer, bei dem wir zusammen sind, füreinander da sind, und uns gegenseitig als starke Persönlichkeiten wachsen sehen.
5. Was sind eure schönsten, gemeinsamen Kindheitserinnerungen?
Dylana: Meine schönste Kindheitserinnerung ist mit Natalie zuhause Rollenspiele zu spielen. Wir haben uns die verrücktesten Dinge ausgedacht. Wir haben so getan, als wären wir in einer Filmszene von Mission Impossible, haben lauthals den Soundtrack mitgesungen und unsere Nachbarn ausspioniert. Das hat so viel Spaß gemacht! Ein großer Teil unserer Beziehung geht auf diese Art von Spielen zurück. Wir haben uns die Welt so ausgemalt, wie wir sie uns wünschen.
Natalie: Dylana und ich haben immer zusammen getanzt und uns eigene Dance-Moves ausgedacht. Dylana hat sich damals die Choreografie für meinen Solo-Auftritt als Annie in der Grundschule ausgedacht. Alle waren von dem Auftritt begeistert. Wir haben im Garten mit Jazzschuhen und Knieschützern geübt. Ich kann mich heute noch so gut daran erinnern, wie viel Spaß das gemacht hat. Ich habe Dylana schon immer als meine Schwester bewundert und wollte so kreativ sein wie sie. Es gibt ein Foto von mir in meinem Tanztrikot, direkt nach dem Auftritt, und ich habe das größte Lächeln auf dem Gesicht. Daheim und in der Schule zusammen zu tanzen sind einige der schönsten Erinnerungen, die es gibt.
6. Gemeinsame Zeit ist so kostbar! Habt ihr irgendwelche gemeinsamen Rituale oder Traditionen?
Dylana: Meine Schwester und ich haben so viele! Ich liebe es zum Beispiel, wenn Natalie sonntags zum Dinner vorbeikommt und wir über alles reden können. Wir unternehmen so viel zusammen, dass sich fast alles wie ein kleines Ritual anfühlt. Das ist wirklich besonders.
Rossana: Ich liebe es, mit meinen Töchtern zu kochen, mit ihnen einen Spa-Day zu verbringen… Dinge, bei denen wir entspannen können und genug Zeit haben, uns in Ruhe zu unterhalten… und natürlich richtig viel zu lachen!
Natalie: Ich liebe die Curry Night bei meiner Mom. Ihr scharfes Malaysian Curry ist das beste auf der ganzen Welt! Zusammen Zeit in der Küche zu verbringen, zu lachen, und das Essen zu essen, mit dem wir aufgewachsen sind, ist für mich unglaublich besonders. Als Kind bin ich von der Schule nach Hause gekommen und wollte, dass meine Mama das Curry extra scharf für mich macht. Sie beim Kochen zu sehen ist für mich Zuhause.
7. Gibt es einen bestimmten Moment oder eine Erfahrung, die euch noch näher zusammengebracht hat?
Dylana: Als ich zum ersten Mal an die Ostküste gezogen bin und Natalie dann ca. zwei Monate später nachgekommen ist. Wir hatten nur uns beide. Die vielen gemeinsamen Erinnerungen und Herausforderungen haben uns definitiv noch enger zusammengeschweißt. Das war ein entscheidender Moment in unserem Leben.
Rossana: Ich freue mich immer ganz besonders mit meinen Töchtern um die Welt zu reisen, vor allem wenn wir mein Heimatland besuchen, wo meine Seite der Familie lebt. Es gibt immer Erinnerungen von meiner Kindheit dort, die sie noch nicht kennen und die ich so gerne mit den beiden teile. Und jedes Mal entstehen neue, gemeinsame Erinnerungen.
Natalie: Ich kann mich noch so gut daran erinnern, wie unsere Mom für uns gemalt hat. Sie hat immer wunderschöne Silhouetten und Fashion-Looks gezeichnet. So viel von unserer Liebe zur Mode haben wir von ihr. Sie ist so talentiert und kann unglaublich gut nähen. Ihre Liebe zum Detail war sehr inspirierend. Sie hat einen unglaublichen Geschmack, wenn es um Interior, Mode oder Design geht. Ich habe es schon immer geliebt, wie elegant sie ist.
8. Gibt es ein bestimmtes Kleidungsstück, das ihr mit eurer Mom in Verbindung bringt?
Dylana: Ich verbinde mit unserer Mom das traditionelle, chinesische Kleid, das Cheongsam. Es gibt so viele Bilder von ihr, als sie noch jung war und wunderschöne Kleider anhatte. Sie war sogar der Auslöser dafür, dass ich ein Cheongsam bei meinem Abschluss in der sechsten Klasse trug. Wir haben uns alle erst vor kurzem neue Cheongsams gekauft, für Chinese New Year. Ich finde, das sollte eine neue Tradition von uns werden.
Natalie: Ich trage jeden Tag Mom’s Jadering mit Diamanten. Er war ihr Hochzeitsring und sie hat ihn an mich weitergegeben. Es ist ein einzigartiges, extra für sie angefertigtes, wunderschönes Schmuckstück. Jade steht für Schutz und erinnert einen daran, Dinge mit dem Herzen zu tun.
9. Ein Lieblingspiece, das ihr gerne von eurer Schwester/Mama/Tochter ausleiht?
Dylana: Ich liebe es, mir die Vintage-Gürtel von meiner Mom auszuleihen! Sie verleihen jedem meiner Outfits ein besonderes Finish. Von Natalie leihe ich mir gerne ihre Schuhe aus, da wir dieselbe Größe haben. Sie besitzt viel mehr High-Heels als ich und immer, wenn ich einen besonderen Anlass habe, weiß ich, auf wen ich mich verlassen kann.
Rossana: Einfach alles! Wenn ich meine Töchter besuche, packe ich kaum was ein. Ich bediene mich immer aus deren Kleiderschränke. Es macht so viel Spaß, mich mit den beiden schick zu machen.
Natalie: Ich liebe das goldene, mit Perlen besetzte Bob Mackie Vintage Minikleid von meiner Mom. Es ist so ein schöner Klassiker und gleichzeitig ein Statement-Piece. Ich habe es mit 15 auf der Talent-Show von meiner High School getragen, wo ich auf der Bühne gesungen habe. Ich freue mich jetzt schon darauf, es irgendwann auf einem roten Teppich zu tragen. Es wäre einfach perfekt für eine glamouröse Night-Out.
10. Bitte teilt Etwas mit uns, das ihr gegenseitig aneinander schätzt.
Dylana: Ich liebe die Energie und den Optimismus von meiner Mom. Sie liebt das Leben und will die Welt erkunden. Ihr junges Mindset ist so inspirierend. An Dylana bewundere ich ihre Arbeitseinstellung, sie ist immer so fokussiert und motiviert. Und sie hat einen unglaublichen Sinn für Humor. Lachen ist immer die richtige Antwort!
Rossana: Ich weiß so viele Dinge an meinen Töchtern zu schätzen. Ich bewundere Dylana’s Kreativität und ihre Bedachtsamkeit. Ich bewundere es, dass Natalie immer bereit ist, alles zu geben. Es ist schön zu sehen, wie sich meine Töchter gegenseitig ergänzen.
Natalie: Ich schätze Dylana’s Sanftheit und ihre verständnisvolle Sicht auf die Welt so sehr. Es ist unglaublich schön zu sehen, wie sie ihre persönlichen Erfahrungen in ihre Arbeit steckt. Sie ist wie Poesie. Ich schätze die innere Stärke von meiner Mom. Sie ist immer ehrlich, jung im Herzen, und hat eine wahre Liebe und Passion für das Leben. Ich lerne so viel von ihr. Sie hat mir beigebracht, wirklich an mich selbst zu glauben und meine Träume zu verfolgen. Ich habe meine ehrgeizige Einstellung definitiv von ihr.
VOICES
DOROTHEE SCHUMACHER x CATE UNDERWOOD
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1. Du bist Fotografin, Model, DJ und Mama – ein Multitasking Talent! Stehst du lieber vor oder hinter der Kamera?
Ich kann mich so glücklich schätzen die Möglichkeit zu haben, immer zwischen dem Modeln und der Fotografie hin und her zu switchen. Dadurch erhält man einen 360-Grad-Einblick auf allen Ebenen… von der Theorie, bis hin zur Ideenentwicklung, der Fotoproduktion und dann auch wirklich am Set dabei zu sein. Als Model musst du dazu in der Lage sein, dein Ego loszulassen und dich auf Entscheidungen anderer zu verlassen. Es gibt es immer ein unterschiedliches Maß an Kontrolle darüber, was man als Künstler gibt und was man nimmt. Aber ganz egal in welcher Position du dich gerade befindest, du musst 100-prozentiges Vertrauen in das haben, was du tust.
2. Wenn du die Augen zu machst und an den Ozean denkst, was fühlst du oder an was musst du als Erstes denken?
Dann denke ich sofort an den Geruch der Meeresbrise.
3. Du hast nur 10 Minuten Zeit, um für ein spontanes Summer Getaway zu packen. Welche Summer Essentials dürfen in deinem Koffer auf keinen Fall fehlen?
Auf jeden Fall ein Badeanzug! Dann würde ich noch meine Kamera mitnehmen; eine Sonnenbrille; offene Plateau-Sandalen; und ein paar weite, lässige Hosen.